Klinikalltag von Anfang an ...
Wow, lange her unser letzter Post!
Beginnen wir einfach nochmal mit dem Einzug: Einen Tag vor Beginn der Famulatur durften wir dann tatsächlich unsere Dorms beziehen und verbrachten den Rest des Tages auch gleich mal damit zumindest die oberste Schicht Schmand aus den Schränken und von den Tischen/Stühlen zu wischen. Den Angaben der Rezeptionisten und dem "Zugemülltheitsgrad" des Zimmers nach hatte Tobi noch einen Mitbewohner zu erwarten, während Vicki davon verschont bleiben sollte. Tags darauf bekam Vicki aber eine waschechte Chinesin aufs Auge gedrückt, mit allem drum und dran (China-Reisende wissen was gemeint ist, alle anderen sollten sich selber ein Bild machen, wir sind ja keine Spielverderber). Tobis Mitbewohner sollte aber nie in Erscheinung treten (bis jetzt) weswegen die rabiate Entmüllungsaktion zu Beginn auch keinen Leidtragenden hatte. Tags darauf, Donnerstags, ging es dann tatsächlich los. Wie bei jeder Famulatur üblich beginnt diese mit einer freundlichen Begrüßung und einer genauen Erklärung der Örtlichkeiten. Die Begrüßung beschränkte sich bei Tobi auf ein: "From Germany!? Welcome!" (bei Vicki war es schwieriger: "Ah, from Australia!" "No, from Austria, Aodili!" ) während die Erkundung der Örtlichkeiten für Tobi die Hauptaufgabe der nächsten Woche wurde. Am Nachmittag verabschiedete man sich mit einem durchaus netten:"Bis Morgen!", wo, blieb aber ein Geheimnis. So durfte Tobi dann immer hinterhertelefonieren und wenn er dann am Ort des Geschehens ankam hieß es: "Da waren wie vor 5 min, wir sind jetzt...". Und endlich gefunden, wurden noch 2 Pat visitiert und dann hieß es wieder:"Bis Morgen". Die anderen Tage wurde dann aber bis ultimo operiert! Mittlerweile kennen wir aber Finten und Schlupflöcher und können uns ab und an auf das Wesentliche konzentrieren. Die Plastische Chirurgie von Linkou ist DIE Plastische Chirurgie überhaupt und weltberühmt für ihre Mikrochirurgie. So kann man hier eine enorme Anzahl an teils sehr ausgefallenen Fällen sehen. Auf der einen Hauptebene gibts es ~80 OP Säle und in 5 - 7 werden ausschließlich plastische Fälle behandelt. Ärzte aus allen Teilen der Welt kommen hier her, um einige Zeit zu arbeiten und von den "Living Legends" zu lernen. Die sprechen meist sehr gut Englisch (auch einige Amis, bzw. Taiwanesen die in die US ausgewandert sind), was dem Verständnis der Erklärungen zugute kommt. Einen Deutschen haben wir am Freitag auch schon verabschiedet und konnten bei der Gelegenheit einige internationale Kontakte knüpfen und endlich mit Know How in das Nachtleben von Taipei eintauchen. So ließen wir die Arbeitswoche in einem Schicki-Micki Ambiente an der Poolbar eines Luxushotels mit Ausblick auf die Stadt mondän ausklingen. Jetzt hoffen wir, dass wir das positive Ende der Woche in die neue Woche mitnehmen können und es spannend bleibt bzw für Vicki noch spannender wird - sie hat zwar keine Schwierigkeiten, die Räumlichkeiten zu finden, da sie nur in der Akupunkturklinik ist (nachdem es anfangs geheißen hatte, sie müsse täglich mit dem Bus in ein nahegelegenes Spital fahren), dafür ist der Lerneffekt dort ziemlich niedrig. An nur 2 Tagen die Woche gibt es eine teaching class, wo etwas erklärt und von ein paar netten Studenten dankenswerterweise übersetzt wird, die anderen Tage wird wie am Fließband genadelt, für Ausbildung ist keine Zeit. Da fühlt man sich glatt wie zuhause! Auch die Studenten können nicht erklären, weshalb die Behandlung so gewählt wird, wie der jeweilige Arzt es es macht - by the way jeder hat eine andere Art, was es für einen Anfänger natürlich erst Recht unmöglich macht zu folgen. Das Patientengut erstreckt sich hier von Rückenschmerz über Schlaganfall zu Tinnitus und allergischem Schnupfen, jung und alt kommt hierher, um sich geduldig je nach Arzt 2 bis 40 Nadeln stechen zu lassen und wenn er es gut trifft, auch eine kleine Massage zu bekommen. Morgen gibt es nach der Ambulanz eine kleine Privataudienz mit dem einzigen Doktor, der relativ gut Englisch spricht und auch regelmäßig Vorträge in Europa hält. Das Wochenende war ürigens diesmal dank des Mid Autumn aka Moon Festivals ein verlängertes, das wir zu ausgiebigen Erkundungstouren in und um Taipei nutzten. In nur einer halben Stunde ist man zb vom Stadtzentrum mit der U Bahn oder dem Bus am Meer in kleinen oder großen Hafenstädten, die wieder - wie könnte es anders sein - eine Menge an Essen, Essen, Essen und Tempeln zu bieten haben. Nach einem kleinen Sundowner am Balkon geht es jetzt noch ab nach Taipei City zum größten Nightmarket Taiwans vielleicht ein wenig Nippes für die Hinterbliebenen zu erhaschen ;)
PS: da das technisch hochentwickelte Taiwan seinen Ärzten leider nur Internetzugang 2. Klasse bietet, muß der heutige Post leider ohne Bilder auskommen
Beginnen wir einfach nochmal mit dem Einzug: Einen Tag vor Beginn der Famulatur durften wir dann tatsächlich unsere Dorms beziehen und verbrachten den Rest des Tages auch gleich mal damit zumindest die oberste Schicht Schmand aus den Schränken und von den Tischen/Stühlen zu wischen. Den Angaben der Rezeptionisten und dem "Zugemülltheitsgrad" des Zimmers nach hatte Tobi noch einen Mitbewohner zu erwarten, während Vicki davon verschont bleiben sollte. Tags darauf bekam Vicki aber eine waschechte Chinesin aufs Auge gedrückt, mit allem drum und dran (China-Reisende wissen was gemeint ist, alle anderen sollten sich selber ein Bild machen, wir sind ja keine Spielverderber). Tobis Mitbewohner sollte aber nie in Erscheinung treten (bis jetzt) weswegen die rabiate Entmüllungsaktion zu Beginn auch keinen Leidtragenden hatte. Tags darauf, Donnerstags, ging es dann tatsächlich los. Wie bei jeder Famulatur üblich beginnt diese mit einer freundlichen Begrüßung und einer genauen Erklärung der Örtlichkeiten. Die Begrüßung beschränkte sich bei Tobi auf ein: "From Germany!? Welcome!" (bei Vicki war es schwieriger: "Ah, from Australia!" "No, from Austria, Aodili!" ) während die Erkundung der Örtlichkeiten für Tobi die Hauptaufgabe der nächsten Woche wurde. Am Nachmittag verabschiedete man sich mit einem durchaus netten:"Bis Morgen!", wo, blieb aber ein Geheimnis. So durfte Tobi dann immer hinterhertelefonieren und wenn er dann am Ort des Geschehens ankam hieß es: "Da waren wie vor 5 min, wir sind jetzt...". Und endlich gefunden, wurden noch 2 Pat visitiert und dann hieß es wieder:"Bis Morgen". Die anderen Tage wurde dann aber bis ultimo operiert! Mittlerweile kennen wir aber Finten und Schlupflöcher und können uns ab und an auf das Wesentliche konzentrieren. Die Plastische Chirurgie von Linkou ist DIE Plastische Chirurgie überhaupt und weltberühmt für ihre Mikrochirurgie. So kann man hier eine enorme Anzahl an teils sehr ausgefallenen Fällen sehen. Auf der einen Hauptebene gibts es ~80 OP Säle und in 5 - 7 werden ausschließlich plastische Fälle behandelt. Ärzte aus allen Teilen der Welt kommen hier her, um einige Zeit zu arbeiten und von den "Living Legends" zu lernen. Die sprechen meist sehr gut Englisch (auch einige Amis, bzw. Taiwanesen die in die US ausgewandert sind), was dem Verständnis der Erklärungen zugute kommt. Einen Deutschen haben wir am Freitag auch schon verabschiedet und konnten bei der Gelegenheit einige internationale Kontakte knüpfen und endlich mit Know How in das Nachtleben von Taipei eintauchen. So ließen wir die Arbeitswoche in einem Schicki-Micki Ambiente an der Poolbar eines Luxushotels mit Ausblick auf die Stadt mondän ausklingen. Jetzt hoffen wir, dass wir das positive Ende der Woche in die neue Woche mitnehmen können und es spannend bleibt bzw für Vicki noch spannender wird - sie hat zwar keine Schwierigkeiten, die Räumlichkeiten zu finden, da sie nur in der Akupunkturklinik ist (nachdem es anfangs geheißen hatte, sie müsse täglich mit dem Bus in ein nahegelegenes Spital fahren), dafür ist der Lerneffekt dort ziemlich niedrig. An nur 2 Tagen die Woche gibt es eine teaching class, wo etwas erklärt und von ein paar netten Studenten dankenswerterweise übersetzt wird, die anderen Tage wird wie am Fließband genadelt, für Ausbildung ist keine Zeit. Da fühlt man sich glatt wie zuhause! Auch die Studenten können nicht erklären, weshalb die Behandlung so gewählt wird, wie der jeweilige Arzt es es macht - by the way jeder hat eine andere Art, was es für einen Anfänger natürlich erst Recht unmöglich macht zu folgen. Das Patientengut erstreckt sich hier von Rückenschmerz über Schlaganfall zu Tinnitus und allergischem Schnupfen, jung und alt kommt hierher, um sich geduldig je nach Arzt 2 bis 40 Nadeln stechen zu lassen und wenn er es gut trifft, auch eine kleine Massage zu bekommen. Morgen gibt es nach der Ambulanz eine kleine Privataudienz mit dem einzigen Doktor, der relativ gut Englisch spricht und auch regelmäßig Vorträge in Europa hält. Das Wochenende war ürigens diesmal dank des Mid Autumn aka Moon Festivals ein verlängertes, das wir zu ausgiebigen Erkundungstouren in und um Taipei nutzten. In nur einer halben Stunde ist man zb vom Stadtzentrum mit der U Bahn oder dem Bus am Meer in kleinen oder großen Hafenstädten, die wieder - wie könnte es anders sein - eine Menge an Essen, Essen, Essen und Tempeln zu bieten haben. Nach einem kleinen Sundowner am Balkon geht es jetzt noch ab nach Taipei City zum größten Nightmarket Taiwans vielleicht ein wenig Nippes für die Hinterbliebenen zu erhaschen ;)
PS: da das technisch hochentwickelte Taiwan seinen Ärzten leider nur Internetzugang 2. Klasse bietet, muß der heutige Post leider ohne Bilder auskommen