Posterous theme by Cory Watilo

2. Woche Philippinen: Manila und die Reisterassen

Kaum in Manila angekommen wurden wir schon Opfer des Touristen-Nepps. Das Airpoirt Taxi zu nehmen ist so wie in Wien mit dem CAT zu fahren ;)

Egal, wir wollten schnell zur Florida Busstation fahren und auschecken, ob der Bus nach Banaue tatsächlich nicht fährt, wie uns die Dame von der Touristeninfo am Flughafen weismachen wollte. Als sich vor Ort der Taxifahrer für uns erkundete, setzte sich die Reihe an Falschinformationen fort, und wir sahen uns schon eine Nacht in Manila übernachten. Doch da man hier anscheinend nur oft genug nachfragen muss, um zu bekommen, was man möchte, versuchten wir es noch direkt am Ticketschalter, und siehe da- kein Problem, natürlich fährt der Bus, so wie jeden Tag gegen 23h, so wie wir es auch von jedem Touristen, den wir getroffen haben, erfahren haben....

Also blieben uns noch ein paar Stunden, um die Sehenswürdigkeiten Manilas zu erkunden (deren gibt es ohnehin nicht besonders viele). Wie immer wollten wir unser schweres Gepäck in einer Touristeninfo zwischenlagern, doch in der Millionenstadt hier war das gar nicht so leicht. Erst einmal muss man die Info finden, da jeder einem in eine andere Richtung schickt, dann muss man sich durch die philippinische Bürokratie durchschlagen und sich registrieren, damit man dann endlich in einem kleinen Hinterzimmer des riesigen Tourismusministeriums endlich Infos erhält. Nach einigem Hin und Her hat's dann auch dort geklappt, und so erkundeten wir den einzig wirklich sehenswerten Stadtteil „Intramuros“. Begleitet von „Trycicle Sir Ma'am? Where do you go? Want a ride through Intramuros?“ bahnten wir uns den Weg zur ältesten Kirche Manilas und anderen netten Häusern bis zum Fort Santiago.

Danach tingelten wir eine Stunde lang mit der Kirche um's Kreuz in der berstend vollen U-Bahn durch Manila, nur um dann noch einmal eine halbe Stunde im Taxi zur City Hall zu fahren. Dort endete die Reise durch die smoggeplagte verkehrschaotische Stadt für's erste, und wir wurden gastfreundlich von Chatty und Sean aufgenommen – ein philippinisch-irisches Pärchen, das wir an unserem letzten Tag in Taipei im Leopard Garden kennengelernt hatten. Wir konnten unser schweres Gepäck bei ihnen lassen und gemütlich nur mit kleinen Rucksäcken ausgestattet unsere Reise in den Norden antreten. Die wichtigsten Utensilien darin: Jacke und Haube, um den Polar-Bus zu überleben!! (Sean hat uns vorgewarnt, und so erwarben wir wirklich bei 30 Grad noch in Coron eine Strickhaube...)

Neun Stunden später kamen wir in Banaue an und wurden erst mal wieder belagert: „Want a Guide? Where do you go? Tricycle Sir?“. Ein UNESCO Weltkulturerbe bringt eben Money. Money! Nach ewigen Verhandlungen, weil die verlangten Preise einfach lächerlich teuer waren (beim „8. Weltwunder“ ja kein Wunder, oder?), entschieden wir uns dafür, in das kleine Dörfchen Batad zu wandern. Prompt fing es zu regnen an, und es sollte für die folgenden 48h auch so bleiben...

Kurz vor Batad heuerten wir einen Guide (mit dem herrlichen Namen Vino) für den halben Preis an, der uns am Nachmittag noch durch den Regen über die Reisterassen und zu einem großen Wasserfall brachte. Eigentlich wollten wir mit ihm Tags drauf weiterwandern, doch wir hatten keine Lust, stundenlang durch den Regen zu stapfen, weshalb wir einen gemütlichen Tag im Hillside Inn mit grandioser Aussicht verbrachten. Die bescheidene Hütte hatte zwar durch den Taifun nur selten Elektrizität und fließend Wasser zur Verfügung, aber wir haben ja auch kein Sternehotel erwartet! So ging auch der Regentag vorüber, und den Abend ließen wir mit einer gemütlichen Massage ausklingen. Währenddessen fing es plötzlich wild zu stürmen an, und seltsame Geräusche erfüllten das Haus. Unsere Masseurinen meinten nur: „Oh, it's just the typhoon. The roof is not so good here.“ Aha, naja was soll man da schon großartig machen?

Am Sonntag strahlte dann schon fast wieder die Sonne, und so machten wir uns mit Vino auf zu einer dreistündigen Wanderung nach Bangaan, um von dort aus mit dem Bus nach Banaue zurückzufahren. Mina aka Nanmading hatte doch ganz schön gewütet, und teilweise waren die Wege sicher nicht so, wie sich Mutti eine Wanderung vorstellt.... Die Landschaft war aber wunderschön, und auf den 2000 Jahre alten Reisterassen rumzukraxeln ist schon ein Erlebnis! Manchmal fühlten wir uns auch an die Levada-Walks auf Madeira erinnert.

In Bangaan angekommen hieß es dann, der Bus geht heute doch nicht um „11, 12“ (das ist die philippinisdche Zeitangabe für er fährt um 11 oder um 12 oder irgendwann dazwischen oder später, das kennen wir ja schon aus Porto Princesa), sondern weil Sonntag ist, erst um 16h. „Maybe.“ Das war uns dann soch ein klitzekleines bißchen zu ungenau, da wir ja den Nachtbus nach Manila um 20h erwischen mußten, um Montag Abend nach Taipei zurückfliegen zu können, und so wurde uns ein Tricycle versprochen. Da das Handynetz aber momentan nicht funktionierte wurden wir mit einem Jeepney in die nächste Ortschaft gebracht mit der Beteuerung, dort warte ein Tricycle nach Banaue auf uns, und wir müßten für die 13km insgesamt 400 Rand zahlen. Gesagt getan, doch in dieser Ortschaft hieß es plötzlich, wir können nur 3km fahren, da danach ein Landslide die Straße blockiere, das kostet 200, und ob danach ein Gefährt für uns da ist, ist weiß man nicht, und überhaupt ist er nicht dazu da, Ausländer herumzufahren. Bei so viel Freundlichkeit beschlossen wir, die 3km zum Landslide zu Fuß zu gehen, und so freuten wir uns zum ersten Mal, als uns kurz vor dem Ende der Straße ein Filipino mit „Tricycle Sir Ma'am?“ ansprach....

So wurden wir sicher über den Erdrutsch geleitet, der ziemlich groß war und die ohnehin schon holprige Straße ca 20 Meter lang komplett verschüttet hatte. Da drüberzukraxeln war nicht ohne! Am anderen Ende wartete dann das heisz ersehnte Tricycle....

Aus Dankbarkeit und weil wir den Tag noch rumzubringen hatten, heuerten wir unseren Fahrer noch an, uns zu den Aussichtspunkten von Banaue zu bringen. Im Gegensatz zu Batad sind die Reisterassen hier nicht aus Stein, sondern aus Gatsch gemacht, und der Reis war hier noch nicht geerntet, so dass die Felder in sattem hellgrün erstrahlten.

Der Bus zurück dauerte diesmal 10h und war noch kälter als bei der Hinfahrt, unpackbar einfach, unpackbar auch der Fahrstil des Chauffeurs. Ehrlich, wir hatten teilweise Angst um unser Leben. Besser nicht mehr daran denken!

Morgens um 6h in Manila.... what to do? Die geniale Idee, ein Spa aufzusuchen, folgte der Rückschlag, daß Jacuzzi und Buffet erst um 11h aufmachten. Also schlenderten wir die Hafenpromenade entlang und beobachteten die aerobicwütigen Filipinos, die in aller Herrgottsfrüh schon zu den angesagtesten Hits Choreographien dancten. Dann machten wir es uns eine zeit lang im Starbucks bequem und suchten gegen 10h wieder das Spa auf. 6 Stunden für rund 700 Pisos, sprich 12 Euro, inklusive Jacuzzi, Sauna, Buffet (naja) und dem besten: 1h Massage! Wir gönnten uns ein 15 minütiges Fisch-Spa und ließen unsere geplagten Füße in ein Becken hängen, in dem duzende kleine Fische nur darauf warteten, uns anzuknabbern! Gefolgt von einer 45minütigen deluxe Massage, die uns alle Strapazen der letzten Stunden vergessen ließ.

Bevor uns unsere Freunde mit unserem Gepäck abholten schlenderten wir noch mal durch Intramuros und erkundeten das Fort Santiago mit dem „Rizal Shrine“: einem Häuschen, das ganz dem Volkshelden der Philippinen gewidmet ist. Tobi mußte sogar seine Kappe abnehmen, so sehr wird der Herr Rizal dort verehrt...

Danach ging's mit Sean und Chatty zum Essen noch zum Abschluß in ein schönes, komplett künstlich angelegtes Viertel von Manila, und als Dessert gab es echt italienisches Gelato :)


Damit ist der vergnügliche Teil unserer Reise vorbei, morgen geht es – wenn's wahr ist – in unsere Unterkunft für September und am Donnerstag, den 1.9. fängt die Famulatur an. Da gibt es bestimmt auch einiges zu berichten!

PS: Ach ja, falls ihr euch fragt, was aus Mina geworden ist, die ist mit uns gemeinsam von den Philippinen nach Taiwan gezogen, das haben wir während des Fluges auch gehörig zu spüren bekommen, und schwirrt jetzt Richtung China ab, allerdings nur noch als Tropensturm. Wer weiß, welche Dame als nächstes folgt...?

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