Posterous theme by Cory Watilo

Hot Pot till you die!

Gestern Abend gab es eine famose eat till you die Hot Pot Session. Unsere Studis haben uns zum Essen eingeladen und es gab alles was das Herz begehrt: Rind, Schwein, Lamm, Shrimps, Muscheln, Lobster, Pilze, Gemüse. Das alles konnte man dann nach belieben in zwei verschiedenen Chinese Medicine Suppen köcheln lassen. Zum Nachtisch gabs dann noch Mövenpick Eis und Eis am Stiel. Danach mussten wir uns nach Hause rollen, war echt sehr lecker!!!

Und langsam wochs ma zam

Die letzten 2 Wochen sind ja wieder wie im Flug vergangen, und der taiwanesische Alltag hat uns fest im Griff! In der Plastischen Chirurgie tut sich nun nicht mehr so viel, die meisten OPs kennt Tobi nun schon, und wenn es nichts Neues gibt verzieht er sich gelegentlich etwas früher. Montags und Mittwochs sind willkommene Ausnahmen, da dann „The Living Legend“ aka. Fu Chan Wei seine Teaching Classes im OP hält. Da werden dann 2-3 interessante Fälle besprochen bevor sie direkt im Anschluß auf dem Tisch landen. Gelegentlich stehen dann um die 15 Leute (exkl. Schwestern und Anästhesie wohlgemerkt) im OP rum und lauschen/schauen gebannt. Alles wird ausführlich auf Englisch erläutert und Prof. Wei ist auch immer für Smalltalk zu haben. Am Montag war eine ca. 15h OP, bei der ein größerer Defekt (Tumorentfernung) mit zwei freien Lappen und einem Stück des Wadenbeins saniert wurde. Ein spektakulärer Fall, der selbst die Augen des Oiden Hasen zum leuchten bringt ;) Es ist übrigens auch für Vicki spannender geworden. Nicht nur, daß wir zusammen in Tobis Zimmer wohnen und sie ihre „Susi“ kaum mehr zu Gesicht bekommt, ist auch Schwung in den Klinikalltag gekommen, Da der unfreundliche Arzt am Mo sich netterweise den restlichen September freigenommen hat, und sie sich den frustrierenden Donnerstag-Arzt spart, konzentriert sich die Famulatur auf kompakte 3 Tage, die dafür dank cooler Ärzte und netter Studenten immer zum lehrreichen Erlebnis werden. Da ist einerseits Dr. Chen, der sie letzten Dienstag und heute prompt genadelt hat (1 Stunde auf den Bus zu warten und von der Air Condition abgeblasen zu werden=Kehlkopfentzündung), er legt besonders Wert auf Puls- und Zungendiagnostik, dann Dr. Huang am Mittwoch, der sich immer freut, Europäer zu sehen, weil er dort regelmäßig Vorträge hält (er versucht mit chinesischen Kräutern dem Husten zu Leibe zu rücken), und Dr. Lee am Freitag, der uns eigentlich lieber Kung Fu lehrt als Akupunktur. Doch das alles wäre nur halb so interessant, wenn da nicht die lieben Kollegen wären, die in der zweiten Woche so richtig aufgetaut sind und laufend übersetzen, sei es aus dem Gedächtnis oder mit Hilfe eines Smartphones. Sie versorgen die Kranke übrigens mit westlicher Medizin - leider hilft wie immer weder das eine, noch das andere, und so waren die letzten 6 Nächte alles andere als erholsam... Unter den Kollegen sind besonders Vivian und Jerry zu Freunden geworden, die uns beide auch voriges Wochenende auf einen Ausflug eingeladen haben. Anfangs zu 4. wuchs unsere Gruppe auf 8 Leute und einen Hund an, und so marschierten wir erst zusammen durch die ehemalige Goldminenstadt Jinguashi, wo wir einen 10 Millionen Euro teuren Goldbarren angreifen konnten, bevor wir uns durch die schmalen Gassen von Juifen zwängten, wo wir einheimische Köstlichkeiten kredenzt bekamen: Haifischbällchensuppe, Mochi (sticky rice in dem Fall gefüllt mit Erdbeereis, lecker!) und Stärkebällchen auf geschreddertem Eis mit roten Bohnen. Derart gestärkt wanderten wir zum Shiufen Wasserfall, wo eine geschätzte Million an Photos geschossen wurde. Dann fing es leider zu regnen an, was uns aber nicht davon abhielt, in Pinxi noch eine orangene Papierlaterne mit Wünschen zu beschriften und per Feuerantrieb in den dunklen Abendhimmel steigen zu lassen, bevor der Tag in einem Californischen Restaurant in Taipei augeklungen wurde. Auch das Nachtleben haben wir nun schon zur Genüge ausgekostet und waren in den angesagtesten Clubs Taipeis am Cocktail trinken und abshaken. Spark, Barcode, Room 18 und wie sie alle heißen..... Fragt lieber nicht, mit wie viel so ein Abend zu Buche schlägt! Da kostet der Eintritt oft schon mal rund 20 Euro, dafür hat man 1-2 Drinks inklusive, gespielt wird vor allem elektronische Musik. Rund um das ehemals höchste Gebäude der Welt hat sich eine stylishe Szene entwickelt, nur sind das zum größten Teil Clubs, die man halt mal sehen muß, aber die wir zuhause auch nicht unbedingt besuchen würden. Aber wir haben unsere Zeit nicht nur rund um den 101 verbracht, wir haben uns auch endlich mit dem schnellsten Aufzug der Welt mit 60km/h ins 88 Stockwerk katapultieren lassen und die Aussicht auf Taipei genossen. Fast der schönere Spot war aber der „Elephantenberg“, vor dem sich die ganze Stadt ausbreitet, 101 natürlich inklusive! Was haben wir noch auf unserer to do Liste abgehakt? Ach ja, da vorige Woche der Herbst in Taipei/Linkou eingekehrt ist, und es statt 27 nur mehr klirrend kalte 23 Grad gehabt hat (mittlerweile hat es gottseidank wieder 27) haben wir uns endlich zu den berühmten Hot Springs in Beitou aufgemacht und uns ein Bad bei rund 40 Grad Wassertemperatur gegönnt. Das war wirklich angenehm! Ein tragischer Ausfall ist auch noch zu beklagen, nach dem Fotoshooting in den Hotsprings hat Tobi das Kameraglück verlassen, und das gute Stück ist auf den Boden gefallen (natürlich rechtzeitig VOR dem Besuch am 101 oder „ü-ling-ü“, wie die Einheimischen sagen würden). Die Kamera an sich hat ganz gut überlebt, aber das Objektiv hat jetzt leider einen Knick in der Optik :( Damn. Das war wohl die Strafe dafür, dass er die letzte Woche überlegt hatte, es durch ein neues zu ersetzen. Naja, die Pläne sind jetzt erstmal auf Eis gelegt. Das Gute daran ist nur, dass er gezwungen ist, mit seinem 35mm Festbrennweiten-Objektiv warm zu werden (O-Ton Vicki: Das hat ja GAR KEINEN Zoom?!?!). Aber es macht knackscharfe Bilder, bietet noch einige andere tolle Features und hilft Tobi über den Verlust hinweg. Auf privater Ebene gab es den Besuch vom weltreisenden Nils zu vermelden, den wir auf unseren Streifzügen im Schlepptau hatten (u.a. konnte mit ihm nun ENDLICH der 101 erklommen werden, um das centennial Entschleuniger Treffen zu eröffnen!). Der hat sich nun schon Richtung Osten abgesetzt und berichtet von auflauernden Riesenspinnen, die uns irgendwie bekannt vor kommen... Am Samstag wollten wir dann ja unsere „Kleinen“ (die Studenten, die uns vom Flughafen abgeholt haben und uns hier betreuen sollen) dazu überreden, in eine KTV Bar (=Karaoke) zu gehen, aber leider sind die Lieder fast nur auf chinesisch, und so sind wir zusammen am Raohe Night Market gelandet. Der aufmerksame Blogleser weiß, daß wir hier schon die ersten Abende in Taipei verbracht haben... Nach all den Nachtmärkten, die wir nach 2 Monaten schon gesehen haben, ist das aber noch immer unser Favorit! Am Sonntag sind wir spontan an die Nordküste nach Yuehli gefahren und haben uns die bizarren Fels- und Sandformationen angeschaut. Berühmt ist hier vor allem ein Felsen, der wie Nofretetes Kopf aussieht, vor dem sich natürlich eine riesen Schlange photowütiger Touristen bildet... Nachdem einige Top-Sights bis jetzt ja nicht wirklich sooo toll waren, hat uns Yuehli wirklich positiv überrascht! Jetzt haben wir schön langsam wirklich fast alle Sehenswürdigkeiten in und um Taipei gesehen, und doch ist es immer wieder auf's Neue reizvoll, durch durch Gassen dieser Millionenstadt zu schlendern, in der wir eine schöne Heimat auf Zeit gefunden haben. Leckeres Coldstone-Eis, Dumplings, 24h offene Convenient-Stores, der Sushi Express, die elendslange Schlange vor dem Bus nach Linkou, Mr. Brown Coffe mit Wlan, Stinky Tofu Geruch auf der Straße, Whisky-Cola am Balkon und aus aktuellem Anlaß natürlich noch zu erwähnen die lustige Altherren und -frauen Putztruppe, die 3x/Wo mit einem „Sorry sorry“ erscheint, um alles zu tun außer zu putzen... Unvorstellbar, daß das bald vorbei sein soll!

Klinikalltag von Anfang an ...

Wow, lange her unser letzter Post!
Beginnen wir einfach nochmal mit dem Einzug: Einen Tag vor Beginn der Famulatur durften wir dann tatsächlich unsere Dorms beziehen und verbrachten den Rest des Tages auch gleich mal damit zumindest die oberste Schicht Schmand aus den Schränken und von den Tischen/Stühlen zu wischen. Den Angaben der Rezeptionisten und dem "Zugemülltheitsgrad" des Zimmers nach hatte Tobi noch einen Mitbewohner zu erwarten, während Vicki davon verschont bleiben sollte. Tags darauf bekam Vicki aber eine waschechte Chinesin aufs Auge gedrückt, mit allem drum und dran (China-Reisende wissen was gemeint ist, alle anderen sollten sich selber ein Bild machen, wir sind ja keine Spielverderber). Tobis Mitbewohner sollte aber nie in Erscheinung treten (bis jetzt) weswegen die rabiate Entmüllungsaktion zu Beginn auch keinen Leidtragenden hatte.

Tags darauf, Donnerstags, ging es dann tatsächlich los. Wie bei jeder Famulatur üblich beginnt diese mit einer freundlichen Begrüßung und einer genauen Erklärung der Örtlichkeiten. Die Begrüßung beschränkte sich bei Tobi auf ein: "From Germany!? Welcome!" (bei Vicki war es schwieriger: "Ah, from Australia!" "No, from Austria, Aodili!" ) während die Erkundung der Örtlichkeiten für Tobi die Hauptaufgabe der nächsten Woche wurde. Am Nachmittag verabschiedete man sich mit einem durchaus netten:"Bis Morgen!", wo, blieb aber ein Geheimnis. So durfte Tobi dann immer hinterhertelefonieren und wenn er dann am Ort des Geschehens ankam hieß es: "Da waren wie vor 5 min, wir sind jetzt...". Und endlich gefunden, wurden noch 2 Pat visitiert und dann hieß es wieder:"Bis Morgen". Die anderen Tage wurde dann aber bis ultimo operiert! Mittlerweile kennen wir aber Finten und Schlupflöcher und können uns ab und an auf das Wesentliche konzentrieren.

Die Plastische Chirurgie von Linkou ist DIE Plastische Chirurgie überhaupt und weltberühmt für ihre Mikrochirurgie. So kann man hier eine enorme Anzahl an teils sehr ausgefallenen Fällen sehen. Auf der einen Hauptebene gibts es ~80 OP Säle und in 5 - 7 werden ausschließlich plastische Fälle behandelt. Ärzte aus allen Teilen der Welt kommen hier her, um einige Zeit zu arbeiten und von den "Living Legends" zu lernen. Die sprechen meist sehr gut Englisch (auch einige Amis, bzw. Taiwanesen die in die US ausgewandert sind), was dem Verständnis der Erklärungen zugute kommt. Einen Deutschen haben wir am Freitag auch schon verabschiedet und konnten bei der Gelegenheit einige internationale Kontakte knüpfen und endlich mit Know How in das Nachtleben von Taipei eintauchen. So ließen wir die Arbeitswoche in einem Schicki-Micki Ambiente an der Poolbar eines Luxushotels mit Ausblick auf die Stadt mondän ausklingen.

Jetzt hoffen wir, dass wir das positive Ende der Woche in die neue Woche mitnehmen können und es spannend bleibt bzw für Vicki noch spannender wird - sie hat zwar keine Schwierigkeiten, die Räumlichkeiten zu finden, da sie nur in der Akupunkturklinik ist (nachdem es anfangs geheißen hatte, sie müsse täglich mit dem Bus in ein nahegelegenes Spital fahren), dafür ist der Lerneffekt dort ziemlich niedrig. An nur 2 Tagen die Woche gibt es eine teaching class, wo etwas erklärt und von ein paar netten Studenten dankenswerterweise übersetzt wird, die anderen Tage wird wie am Fließband genadelt, für Ausbildung ist keine Zeit. Da fühlt man sich glatt wie zuhause! Auch die Studenten können nicht erklären, weshalb die Behandlung so gewählt wird, wie der jeweilige Arzt es es macht - by the way jeder hat eine andere Art, was es für einen Anfänger natürlich erst Recht unmöglich macht zu folgen. Das Patientengut erstreckt sich hier von Rückenschmerz über Schlaganfall zu Tinnitus und allergischem Schnupfen, jung und alt kommt hierher, um sich geduldig je nach Arzt 2 bis 40 Nadeln stechen zu lassen und wenn er es gut trifft, auch eine kleine Massage zu bekommen. Morgen gibt es nach der Ambulanz eine kleine Privataudienz mit dem einzigen Doktor, der relativ gut Englisch spricht und auch regelmäßig Vorträge in Europa hält.

Das Wochenende war ürigens diesmal dank des Mid Autumn aka Moon Festivals ein verlängertes, das wir zu ausgiebigen Erkundungstouren in und um Taipei nutzten. In nur einer halben Stunde ist man zb vom Stadtzentrum mit der U Bahn oder dem Bus am Meer in kleinen oder großen Hafenstädten, die wieder - wie könnte es anders sein - eine Menge an Essen, Essen, Essen und Tempeln zu bieten haben.

Nach einem kleinen Sundowner am Balkon geht es jetzt noch ab nach Taipei City zum größten Nightmarket Taiwans vielleicht ein wenig Nippes für die Hinterbliebenen zu erhaschen ;)


PS: da das technisch hochentwickelte Taiwan seinen Ärzten leider nur Internetzugang 2. Klasse bietet, muß der heutige Post leider ohne Bilder auskommen

2. Woche Philippinen: Manila und die Reisterassen

Kaum in Manila angekommen wurden wir schon Opfer des Touristen-Nepps. Das Airpoirt Taxi zu nehmen ist so wie in Wien mit dem CAT zu fahren ;)

Egal, wir wollten schnell zur Florida Busstation fahren und auschecken, ob der Bus nach Banaue tatsächlich nicht fährt, wie uns die Dame von der Touristeninfo am Flughafen weismachen wollte. Als sich vor Ort der Taxifahrer für uns erkundete, setzte sich die Reihe an Falschinformationen fort, und wir sahen uns schon eine Nacht in Manila übernachten. Doch da man hier anscheinend nur oft genug nachfragen muss, um zu bekommen, was man möchte, versuchten wir es noch direkt am Ticketschalter, und siehe da- kein Problem, natürlich fährt der Bus, so wie jeden Tag gegen 23h, so wie wir es auch von jedem Touristen, den wir getroffen haben, erfahren haben....

Also blieben uns noch ein paar Stunden, um die Sehenswürdigkeiten Manilas zu erkunden (deren gibt es ohnehin nicht besonders viele). Wie immer wollten wir unser schweres Gepäck in einer Touristeninfo zwischenlagern, doch in der Millionenstadt hier war das gar nicht so leicht. Erst einmal muss man die Info finden, da jeder einem in eine andere Richtung schickt, dann muss man sich durch die philippinische Bürokratie durchschlagen und sich registrieren, damit man dann endlich in einem kleinen Hinterzimmer des riesigen Tourismusministeriums endlich Infos erhält. Nach einigem Hin und Her hat's dann auch dort geklappt, und so erkundeten wir den einzig wirklich sehenswerten Stadtteil „Intramuros“. Begleitet von „Trycicle Sir Ma'am? Where do you go? Want a ride through Intramuros?“ bahnten wir uns den Weg zur ältesten Kirche Manilas und anderen netten Häusern bis zum Fort Santiago.

Danach tingelten wir eine Stunde lang mit der Kirche um's Kreuz in der berstend vollen U-Bahn durch Manila, nur um dann noch einmal eine halbe Stunde im Taxi zur City Hall zu fahren. Dort endete die Reise durch die smoggeplagte verkehrschaotische Stadt für's erste, und wir wurden gastfreundlich von Chatty und Sean aufgenommen – ein philippinisch-irisches Pärchen, das wir an unserem letzten Tag in Taipei im Leopard Garden kennengelernt hatten. Wir konnten unser schweres Gepäck bei ihnen lassen und gemütlich nur mit kleinen Rucksäcken ausgestattet unsere Reise in den Norden antreten. Die wichtigsten Utensilien darin: Jacke und Haube, um den Polar-Bus zu überleben!! (Sean hat uns vorgewarnt, und so erwarben wir wirklich bei 30 Grad noch in Coron eine Strickhaube...)

Neun Stunden später kamen wir in Banaue an und wurden erst mal wieder belagert: „Want a Guide? Where do you go? Tricycle Sir?“. Ein UNESCO Weltkulturerbe bringt eben Money. Money! Nach ewigen Verhandlungen, weil die verlangten Preise einfach lächerlich teuer waren (beim „8. Weltwunder“ ja kein Wunder, oder?), entschieden wir uns dafür, in das kleine Dörfchen Batad zu wandern. Prompt fing es zu regnen an, und es sollte für die folgenden 48h auch so bleiben...

Kurz vor Batad heuerten wir einen Guide (mit dem herrlichen Namen Vino) für den halben Preis an, der uns am Nachmittag noch durch den Regen über die Reisterassen und zu einem großen Wasserfall brachte. Eigentlich wollten wir mit ihm Tags drauf weiterwandern, doch wir hatten keine Lust, stundenlang durch den Regen zu stapfen, weshalb wir einen gemütlichen Tag im Hillside Inn mit grandioser Aussicht verbrachten. Die bescheidene Hütte hatte zwar durch den Taifun nur selten Elektrizität und fließend Wasser zur Verfügung, aber wir haben ja auch kein Sternehotel erwartet! So ging auch der Regentag vorüber, und den Abend ließen wir mit einer gemütlichen Massage ausklingen. Währenddessen fing es plötzlich wild zu stürmen an, und seltsame Geräusche erfüllten das Haus. Unsere Masseurinen meinten nur: „Oh, it's just the typhoon. The roof is not so good here.“ Aha, naja was soll man da schon großartig machen?

Am Sonntag strahlte dann schon fast wieder die Sonne, und so machten wir uns mit Vino auf zu einer dreistündigen Wanderung nach Bangaan, um von dort aus mit dem Bus nach Banaue zurückzufahren. Mina aka Nanmading hatte doch ganz schön gewütet, und teilweise waren die Wege sicher nicht so, wie sich Mutti eine Wanderung vorstellt.... Die Landschaft war aber wunderschön, und auf den 2000 Jahre alten Reisterassen rumzukraxeln ist schon ein Erlebnis! Manchmal fühlten wir uns auch an die Levada-Walks auf Madeira erinnert.

In Bangaan angekommen hieß es dann, der Bus geht heute doch nicht um „11, 12“ (das ist die philippinisdche Zeitangabe für er fährt um 11 oder um 12 oder irgendwann dazwischen oder später, das kennen wir ja schon aus Porto Princesa), sondern weil Sonntag ist, erst um 16h. „Maybe.“ Das war uns dann soch ein klitzekleines bißchen zu ungenau, da wir ja den Nachtbus nach Manila um 20h erwischen mußten, um Montag Abend nach Taipei zurückfliegen zu können, und so wurde uns ein Tricycle versprochen. Da das Handynetz aber momentan nicht funktionierte wurden wir mit einem Jeepney in die nächste Ortschaft gebracht mit der Beteuerung, dort warte ein Tricycle nach Banaue auf uns, und wir müßten für die 13km insgesamt 400 Rand zahlen. Gesagt getan, doch in dieser Ortschaft hieß es plötzlich, wir können nur 3km fahren, da danach ein Landslide die Straße blockiere, das kostet 200, und ob danach ein Gefährt für uns da ist, ist weiß man nicht, und überhaupt ist er nicht dazu da, Ausländer herumzufahren. Bei so viel Freundlichkeit beschlossen wir, die 3km zum Landslide zu Fuß zu gehen, und so freuten wir uns zum ersten Mal, als uns kurz vor dem Ende der Straße ein Filipino mit „Tricycle Sir Ma'am?“ ansprach....

So wurden wir sicher über den Erdrutsch geleitet, der ziemlich groß war und die ohnehin schon holprige Straße ca 20 Meter lang komplett verschüttet hatte. Da drüberzukraxeln war nicht ohne! Am anderen Ende wartete dann das heisz ersehnte Tricycle....

Aus Dankbarkeit und weil wir den Tag noch rumzubringen hatten, heuerten wir unseren Fahrer noch an, uns zu den Aussichtspunkten von Banaue zu bringen. Im Gegensatz zu Batad sind die Reisterassen hier nicht aus Stein, sondern aus Gatsch gemacht, und der Reis war hier noch nicht geerntet, so dass die Felder in sattem hellgrün erstrahlten.

Der Bus zurück dauerte diesmal 10h und war noch kälter als bei der Hinfahrt, unpackbar einfach, unpackbar auch der Fahrstil des Chauffeurs. Ehrlich, wir hatten teilweise Angst um unser Leben. Besser nicht mehr daran denken!

Morgens um 6h in Manila.... what to do? Die geniale Idee, ein Spa aufzusuchen, folgte der Rückschlag, daß Jacuzzi und Buffet erst um 11h aufmachten. Also schlenderten wir die Hafenpromenade entlang und beobachteten die aerobicwütigen Filipinos, die in aller Herrgottsfrüh schon zu den angesagtesten Hits Choreographien dancten. Dann machten wir es uns eine zeit lang im Starbucks bequem und suchten gegen 10h wieder das Spa auf. 6 Stunden für rund 700 Pisos, sprich 12 Euro, inklusive Jacuzzi, Sauna, Buffet (naja) und dem besten: 1h Massage! Wir gönnten uns ein 15 minütiges Fisch-Spa und ließen unsere geplagten Füße in ein Becken hängen, in dem duzende kleine Fische nur darauf warteten, uns anzuknabbern! Gefolgt von einer 45minütigen deluxe Massage, die uns alle Strapazen der letzten Stunden vergessen ließ.

Bevor uns unsere Freunde mit unserem Gepäck abholten schlenderten wir noch mal durch Intramuros und erkundeten das Fort Santiago mit dem „Rizal Shrine“: einem Häuschen, das ganz dem Volkshelden der Philippinen gewidmet ist. Tobi mußte sogar seine Kappe abnehmen, so sehr wird der Herr Rizal dort verehrt...

Danach ging's mit Sean und Chatty zum Essen noch zum Abschluß in ein schönes, komplett künstlich angelegtes Viertel von Manila, und als Dessert gab es echt italienisches Gelato :)


Damit ist der vergnügliche Teil unserer Reise vorbei, morgen geht es – wenn's wahr ist – in unsere Unterkunft für September und am Donnerstag, den 1.9. fängt die Famulatur an. Da gibt es bestimmt auch einiges zu berichten!

PS: Ach ja, falls ihr euch fragt, was aus Mina geworden ist, die ist mit uns gemeinsam von den Philippinen nach Taiwan gezogen, das haben wir während des Fluges auch gehörig zu spüren bekommen, und schwirrt jetzt Richtung China ab, allerdings nur noch als Tropensturm. Wer weiß, welche Dame als nächstes folgt...?

1 Woche Palawan im Rückblick

Wir sind wieder heil zuhause angekommen! Gestern um 3 in der Nacht sind wir im Leopard Garden eingezogen, unserer Bleibe in Taipei, bevor der Trip auf die Philippinen los ging.

Es schaut so aus, als wäre einiges nachzuholen, also springen wir geistig wieder zurück auf Palawan, die Urlaubsinsel der Philippinen, da die Zeit dort mehr als nur ein paar Zeilen verdient hat.....

Im beschaulichen, vom Touristenansturm verschonten Port Barton engagierten wir den am wenigsten leastigen Bootsfahrer mit dem klingenden Namen "Gaga", um gemeinsam mit dem daenischen Paerchen eine Islandhoppingtour zu machen. Das Schnorcheln viel zwar extremst enttaeuschend aus, da die Korallenriffe leider komplett vom Dynamitfischen zerstörten sind, aber wir eroberten auch einige der schönen kleinen vorgelagerten Inseln: Exotic Island, German Island und Paradise Island kligen nicht nur gut, sie sind es auch! Auf traumhaften Straenden genossen wir den Blick auf das tuerkise Meer und bekamen zu Mittag frisch gefangenen Red Snapper serviert. 4 Stueck fuer 90 Eurocent!

Doch es zog uns weiter, und so gelangten wir nach einer 4 stuendigen Bootsfahrt nach El Nido. „Das Nest“ ist allerdings schon ziemlich von Touristen eingenommen, sowohl von Whities als auch von Filipinos. Trotzdem war es sehr schön, und die Fotos von unserer gemütlichen Terasse am Strand habt ihr ja schon geliefert bekommen. Nachdem wir genug von romantischen Sonnenuntergängen hatten, suchten wir mit unserem lustigen spanischen Tauchpartnerpärchen das Asylum auf, eine Einheimischendisco, in der wir auch mal abshaken konnten. Jose, ein eingefleischter FC Barcelona-Fan (und auch sonst jemandem bestimmten aus der Heimat nicht unähnlich), drehte so richtig auf. Ihm hatten wir es zu verdanken, alle Sommerhits quasi in Dauerschleife gespielt zu bekommen ;)  Ich sag nur: „Venga! Venga!“

Dann zogen wir per Boot in einer 7h Fahrt weiter auf Busuanga, auch Coron genannt, einer Inselgruppe ganz im Norden Palawans, die für ihre japanischen Wracks aus dem 2. WK bekannt ist. Aber für den aufmerksamen Blogleser ist das ja schon ein alter Hut! Das erste betauchte Wrack war ein Kriegsschiff, wir gingen auf ca 36m, aber viel zu sehen gab es leider nicht. Das zweite Schiff war ein versenkter Öltanker, in dem machte das Tauchen so richtig Spaß – von oben ging es kopfüber durch kleine Luken hinein und im Inneren war es teilweise so seicht, das man aufpassen mußte, nicht mit der Sauerstofflasche an der Decke anzustoßen. Viele Fische und unglaublich farbenprächtige Korallen bekamen wir dann beim 3. Tauchgang zu sehen, das Boot liegt zwar nur auf 12 Metern, aber solche Korallenvielfalt habe ich noch nie gesehen! Als Lunch wurde uns gegrillter Fisch versprochen,und was wir bekamen sprengte unsere Erwartungen: die zwei riesigen Thunfische aus den einheimischen Gewaessern waren selbst fuer die insgesamt 14 Mann an Bord nicht zu bewaeltigen!
Am Nachmittag hat es dann zu regnen begonnen, und da es bis am nächsten Morgen nicht aufgehört hat, ließen wir den zweiten Tauchtag wie schon bereits erwähnt sausen. Tags drauf fing es pünktlich am Weg zum Flughafen wieder an zu regnen, trotzdem kamen wir sicher in Manila an.

Typhoon...

P182

Darf ich vorstellen: am Bild ganz links die dicke weiße Wolke ist Mina. Gleich daneben ist Luzon-die Insel, auf der Manila liegt.
Haltet uns die Daumen, dass die Flüge morgen wieder gehen. War heute nämlich angeblich nicht der Fall...

Regentag!

Unglaublich aber wahr, wegen zuviel monsum-artigem Regen haben wir unseren Tauchtag abgesagt. Stattdessen stand ein Besuch des Coron City Market am Programm. Am Weg zurück bin ich doch tatsächlich fast überfahren worden. So ein Tricycle hat wohl den Regen und seine 5 Fahrgäste bei der Bremswegberechnung vergessen und hat mir nen ordentlichen Stoß in den Rücken versetzt. Ich hab's aber überlebt. Der Markt war auch ganz schön verregnet, aber es gab jede Menge Fisch. Am Abend gehen wir evtl zum Cockfight, falls wir die Location finden.
Morgen geht's dann um 10:40 weiter Richtung Manila, hoffentlich ohne Taifun.